EMDR & Brainspotting

„Nicht was wir sehen, wohl aber wie wir sehen, bestimmt den Wert des Geschehenen.“

Blaise Pascal

EMDR und Brainspotting – den Blickwinkel ändern

In meiner psychotherapeutischen Arbeit nutze ich unter anderem bewährte neurobiologische Methoden wie EMDR und Brainspotting.

EMDR ist unter anderem eine traumabearbeitende psychotherapeutische Methode, die heute für viele weitere Bereiche angewendet wird. Ende der 80er Jahre wurde sie von Dr. Francine Shapiro entwickelt und seitdem kontinuierlich weiter erforscht. EMDR ist die Abkürzung für Eye Movement Desensitization and Reprocessing (Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen).

Bei dieser wissenschaftlich anerkannten Methode wird die bilaterale Stimulation eingesetzt. Das bedeutet, dass beide Gehirnhälften abwechselnd angeregt werden. Dies geschieht beispielsweise durch geführte Augenbewegungen bei gleichzeitiger Konzentration auf ein belastendes Thema sowie auf eine Ressource. Auf diese Weise können blockierte Verarbeitungs- und Desensibilisierungsprozesse reaktiviert werden.

Diesen natürlichen Verarbeitungsmechanismus kennen wir aus der REM-Phase (Rapid Eye Movement) des Schlafs. Auch hier helfen schnelle Augenbewegungen dabei, Erlebtes zu verarbeiten. Die bilaterale Stimulation kann neben visuellen Reizen ebenso wirksam über akustische oder taktile Impulse erfolgen. Mit diesem neurobiologischen Verfahren lassen sich häufig nachhaltige Veränderungen unterstützen.

Behandlungsablauf beim Brainspotting

Ähnlich wie bei EMDR wird bei der Brainspotting-Methode ein emotional belastendes Erlebnis aktiviert. Die Augen folgen dabei einer langsamen Handbewegung oder einem Zeigestab (Pointer) im Gesichtsfeld. Löst eine bestimmte Blickposition eine körperliche Reaktion aus, etwa verstärktes Blinzeln, ist ein sogenannter Brainspot identifiziert.

Die mit dieser Augenposition verbundene Gehirnaktivität kann bewusste und unbewusste Erinnerungen gezielt aktivieren. Im weiteren Prozess richtet sich die Aufmerksamkeit auf innere Abläufe, die wert- und deutungsfrei wahrgenommen werden. Dadurch wird die natürliche Fähigkeit des Gehirns zur Selbstregulation (Homöostase) unterstützt. Brainspotting eignet sich ebenso zur Stabilisierung und Ressourcenaktivierung.

EMDR und Brainspotting – Indikationsbereiche